Samstag, 8. Mai 2010

Gemeinschaftsschule

Mit dem ganzen Wirrwarr um die Schulpolitik hier in Deutschland hat man das Ziel aus dem Augen verloren. Anders könnte man sagen: es gab keinen Ziel. Die Änderungen an der Schulpolitik hier in unser geliebtes Hamburg, die nun nach dem Bürgerentschied entweder in Krafttreten oder nicht, sind ein reines Kompromispaket von der Grün/Schwarzen-Regierung.
Wieso koalieren auch die Grünen mit den Schwarzen. Die Grünen und die CDU. Nur die Linken und die NPD wären unpassendere Koalitionspartner.

Die Idee der Profiloberstufe ist ganz klar bescheuert. Das müssen wir erst gar nicht diskturieren. Anstatt der relativen Wahlfreiheit der Fächer und Individueller Stundenplan, muss man sich nun in eine Schublade einordnen.
Ich könnte meinen Mathe/Kunst mix nicht beibehalten. Außerdem muss man auch alle Fächer einbringen.
Diese Änderungen erschweren einem nur das Leben. Mehr Druck, mehr Stress, weniger Freiheit.

Das kommentiert komme ich nun zum eigentlichen Thema.
Länger gemeinsam Lernen und 2 schularten anstatt von den üblichen 3.
Diese zwei Sachen unterstütze ich vollkommen. Nur blöd, dass sie so schlecht organisiert und konzepiert sind, dass sie fast an Sinn verlieren.
Gemeinsam Lernen schön und gut. Aber nur bis zur 6. Klasse? Somit ist der Druck, der auf die Kinder fällt, der sonst in der vierten Klasse war, wo man entscheidet, ob das Kind in die Haupt- oder Realschule oder ins Gymnasium geht, wird lediglich 2 Jahre in die Zukunft verschoben. Okey, nun gilt es zu entscheiden ob man in die Stadtteilschule oder ins Gymnasium geht. Und in beiden Strängen ist der Abschluss mit einem Abitur möglich. Das ist ein RIESEN PLUS. Dennoch man merkt, dass die zusätzlichen 2 Jahre bloß der Rest eines Kompromisses sind.

Ein riesen MINUS ist, dass nun die Entscheidung, welche Schule das Kind nach der Primarschule besuchen wird, allein bei den Lehrern liegt.
Heute stehe ich da, bald mit einem Abschluss von hoffentlich 1,7, und wunder mich, was passiert wäre, wenn ich in die Realschule versetzt worden wäre. Denn ich hatte keine Gymnasialempfehlung nach der 4. Klasse.

Die Argumente beider Seiten kann ich verstehen. Alles scheint sehr schwammig und oft sieht es so aus wie eine Änderung nur um die Änderungs Willen.
Anders ist ein Vorschlag der von Bayern kommt.
Die SPD in Bayern schlägt einen Schulkonzept vor, den ich für revolutionär halte (zumindest verglichen mit dem sonst konservativen Schulsystem hier in Deutschland), und das positiv gemeint.

Eine Gemeinschaftsschule, in der man bis zur 10ten Klasse gemeinsam lernt. Diese Schulform haben auch sehr viele, in der PISA-Stuide führende, Länder und ich halte ihn für sehr sinnvoll.
Ja, das standartargument der Gegner lautet ja immer, die Schwachen würden die Starken runterziehen und sowiso nicht mitkommen.
Doch auch dafür hat die SPD eine Antwort: Man lernt nicht in mehr in Klassen, sondern in Kursen, Lerngruppen die Jahrgangsübergreifend sind. Es gilt: Es gibt jedes Fach auf erhöhtem und niedrigem Niveau. Man setzt auf individuelle Forderung. Somit werden schwächere sowohl als auch stärkere Schüler gefördert. Keiner bleibt auf der Stelle, weder ein guter Schüler der mehr lernen will, noch ein schlechter der bisher nicht mitgekommen ist.

Wie die Oberstufe aussehen soll wurde nicht gesagt. Aber das ist ein anderes Thema.
Ich halte diesen Konzept für genial. Im Gegensatz zu dem Kompromismist, den die SchwarzGrüne Koalition hervorgebracht hat, ist dieses Konzept bis zum Ende durchgesetzt und gut durchdacht. Und im Gegensatz zu dem normalen konservativen Schulsystem Deutschlands ist es ein echtes Fortschritt.

Leider... Leider hat die SPD dort unten bei den Bayern nicht viel zu sagen.


Quelle: http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Bayern/Artikel,-Stichwort-Gemeinschaftsschule-_arid,2140840_regid,2_puid,2_pageid,4289.html

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